Ein VPN lässt sich nicht auf jedem Fernseher einrichten.

Es gibt drei Wege, die tatsächlich funktionieren: Das VPN läuft im Router und gilt damit für den ganzen Haushalt, der Fernseher hängt am Hotspot eines Handys oder Laptops, oder Sie nutzen ein Android-TV-Gerät, auf dem sich eine VPN-App installieren lässt. Auf einem Samsung- oder LG-Fernseher fällt der dritte Weg weg, denn dort können Sie nur installieren, was der Hersteller im eigenen Store anbietet. 404 VPN hat keine Fernseher-App, weder für Android TV noch für Apple TV.

Bevor Sie anfangen, lohnt ein Blick darauf, was jeder Weg voraussetzt und wo er hakt.

WegWas Sie brauchenDer Haken
RouterRouter mit VPN-Client, Anbieter mit WireGuardGilt für alle Geräte, Telefonie kann ausfallen
HotspotHandy oder Laptop mit VPN-AppDer Fernseher geht oft am VPN vorbei
Android-TV-GerätStick oder Box mit Play Store, passende AppNicht bei Samsung und LG
Casten vom HandyHandy mit VPN, Cast-fähiges GerätDer Film kommt nicht vom Handy, das VPN wirkt nicht

Was ist VPN beim Fernseher?

Ein VPN baut laut BSI eine verschlüsselte Verbindung zwischen Ihrem Gerät und einem VPN-Server auf. Der Server weist dem Gerät eine neue Adresse zu, sodass ein Streamingdienst statt Ihrer eigenen IP-Adresse die des Servers sieht. Beim Fernseher heißt das: Ihr Internetanbieter sieht nur noch die Verbindung zum VPN-Server, und der Dienst am anderen Ende sieht einen Anschluss an einem ganz anderen Ort.

Zwei Dinge gehören zur ehrlichen Rechnung. Die Übertragungsgeschwindigkeit sinkt laut BSI technologiebedingt meist, und Video leidet darunter als Erstes; woran das im Einzelnen liegt, steht in Warum ist mein VPN langsam? Außerdem schalten die meisten dieser Wege das VPN nicht nur für den Fernseher ein, sondern gleich für weitere Geräte im Haushalt.

Smart-TV oder Stick: Das ist der Unterschied

Als Smart-TV gilt nach der Verbraucherzentrale ein Fernseher, der über HbbTV hinaus zusätzliche Funktionen mitbringt, etwa Apps für Streamingdienste. Diese Apps kommen aus dem Betriebssystem des Herstellers: Samsung nutzt Tizen, LG setzt auf webOS. Beide Systeme sind geschlossen, Sie bekommen nur, was der Hersteller anbietet.

Ein Stick oder eine Box ist dagegen ein eigenständiger kleiner Computer am HDMI-Anschluss. Läuft darauf Android TV oder Google TV, haben Sie den Google Play Store auf dem Fernseher und damit dieselbe Art von Auswahl wie auf einem Handy. Der Fernseher selbst bleibt unbeteiligt, er zeigt nur das Bild, das am HDMI-Eingang ankommt.

Beim Apple TV liegt der Fall dazwischen. Apple beschreibt, dass sich mit dem Network-Extension-Framework eigene VPN-Lösungen auch für tvOS entwickeln lassen und dass mehrere VPN-Anbieter passende Apps anbieten. Eine App von uns gehört nicht dazu.

Weg 1: VPN im Router einrichten, etwa in der FRITZ!Box

Das ist der einzige Weg, bei dem der Fernseher selbst nichts können muss: Der Router baut die Verbindung auf, und alles dahinter geht durch den Tunnel.

Bei der FRITZ!Box beschreibt AVM das so: Sie richten beim VPN-Anbieter eine WireGuard-Verbindung für einen Router ein, laden dessen Einstellungsdatei herunter und importieren sie unter Internet > Freigaben > VPN (WireGuard) über Netzwerke koppeln. Danach aktivieren Sie die Option, den gesamten IPv4-Netzwerkverkehr über die Verbindung zu senden. Wer nur den Fernseher umleiten will, wählt stattdessen gezielt einzelne Geräte aus.

Die Einschränkungen nennt AVM gleich mit, und sie wiegen schwer:

  • Der Anbieter muss WireGuard vom Router aus unterstützen. 404 VPN nutzt VLESS und kein WireGuard; mit 404 VPN funktioniert dieser Weg also nicht.
  • Die Telefonie kann ausfallen. Laut AVM ist Telefonie über den VPN-Anbieter je nach Telefonie- und VPN-Anbieter eventuell nicht oder nicht zuverlässig nutzbar.
  • Es darf nur eine WireGuard-Verbindung geben. In der FRITZ!Box darf noch keine andere eingerichtet sein; vorhandene Verbindungen, etwa die zum eigenen Handy, müssen Sie vorher löschen.
  • Das Gastnetz bleibt außen vor. Geräte im Gastnetz gehen nicht über den VPN-Anbieter, sondern über die normale Internetverbindung.

Dazu kommt das Tempo: Der Router verschlüsselt jetzt für den ganzen Haushalt, und langsamer wird es für alle gleichzeitig. Wie eine WireGuard-Verbindung in der FRITZ!Box grundsätzlich aussieht, zeigt FRITZ!Box VPN einrichten.

Weg 2: Fernseher über einen Hotspot verbinden

Ein Handy oder Laptop baut die VPN-Verbindung auf und teilt sie als WLAN-Hotspot, mit dem sich der Fernseher verbindet. Kein Kauf, kein Eingriff am Router.

Der Haken: Das VPN auf dem Handy schützt in der Regel nur das Handy selbst, ein Gerät am Hotspot geht häufig direkt ins Internet. Mehr dazu steht in VPN funktioniert nicht. Verlassen Sie sich also nicht auf das Schlüsselsymbol am Handy, sondern prüfen Sie nach.

Netflix beschreibt dafür einen einfachen Test: Öffnen Sie auf einem Gerät im selben Netz einen Browser, rufen Sie fast.com auf, klicken Sie nach der Messung auf Weitere Informationen anzeigen und sehen Sie sich das Land neben Client an. Weicht es von Ihrem Standort ab, läuft die Verbindung über das VPN. Steht dort Ihr eigenes Land, obwohl Sie einen Server im Ausland gewählt haben, geht der Fernseher am VPN vorbei. Bei einem Server im Inland hilft der Test nicht weiter.

Weg 3: VPN-App auf einem Android-TV-Gerät installieren

Nur hier richten Sie das VPN wirklich auf dem Fernseher ein. Auf Android TV laden Sie Apps laut Google-Hilfe so: auf dem Startbildschirm zu Apps scrollen, den Google Play Store öffnen, nach der App suchen und der Anleitung auf dem Bildschirm folgen. Danach liegt sie unter Einstellungen > Apps.

Wichtig ist der Unterschied zur Handy-App: Der Anbieter muss eine eigene Version für Android TV veröffentlicht haben, die sich mit der Fernbedienung steuern lässt.

Samsung und LG: Warum sich dort kein VPN einrichten lässt

Bei einem LG-Fernseher führt der Weg über den LG Content Store. LG beschreibt ihn als das Portal für Inhalte und Anwendungen: Home-Taste drücken, Content Store öffnen, eine Kategorie ansteuern, App auswählen, installieren. Einen anderen Weg, eine App auf den Fernseher zu bringen, beschreibt LG nicht.

Samsung wird noch deutlicher. Im Support heißt es: Ist eine App nicht unter „Apps“ verfügbar, können Sie sie nicht auf dem Fernseher installieren, und eine manuelle Installation über andere App-Stores, beispielsweise den Google Play Store, ist nicht möglich.

Damit ist die Frage meist schon beantwortet. Solange der Hersteller keine VPN-App in seinen Store aufnimmt, bleiben nur Weg 1 und Weg 2 oder ein zusätzliches Android-TV-Gerät am HDMI-Anschluss.

Vom Handy auf den Fernseher casten

Viele hoffen, das Problem mit dem Cast-Symbol zu lösen: VPN am Handy an, dann auf den Fernseher streamen. Diese Rechnung geht in aller Regel nicht auf.

Die Rollenverteilung steht in der Entwicklerdokumentation von Google: Der Sender, also die App auf Ihrem Handy, startet die Sitzung und steuert die Wiedergabe. Der Empfänger ist die App auf dem Cast-Gerät, die auf diese Befehle reagiert und die Streaminginhalte von einem Online-Streamingdienst auf das Cast-Gerät überträgt.

Der Film kommt also nicht vom Handy, sondern wird vom Stick oder Fernseher selbst geholt, über Ihre normale Leitung. Das VPN auf dem Handy ist daran gar nicht beteiligt.

Streaming aus einem anderen Land

Der häufigste Grund für die Frage nach einem VPN am Fernseher ist ein Katalog aus einem anderen Land. Drei Punkte dazu, und keiner davon ist ein Versprechen.

Die Dienste erkennen VPN-Adressen. Netflix schreibt selbst, dass mit einem VPN möglicherweise nur Serien und Filme angezeigt werden, für die Netflix eine weltweite Lizenz hat. Bei Live-Events und im werbefinanzierten Abo werden VPNs gar nicht unterstützt. Taucht der Fehlercode E106 auf oder die Meldung „Sie scheinen ein VPN oder einen Proxy zu verwenden“, ist genau das passiert.

Innerhalb der EU brauchen Sie dafür oft kein VPN. Seit dem 1. April 2018 gilt die Portabilitätsverordnung: Wer ein kostenpflichtiges Streaming-Abo hat, kann es laut Verbraucherzentrale bei vorübergehenden Aufenthalten im EU-Ausland so nutzen wie zu Hause. In den USA, der Schweiz oder der Türkei gilt das nicht.

Mediatheken sind der Sonderfall. Werbefinanzierte Dienste und die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender müssen ihr Angebot nicht EU-weit bereitstellen, deshalb bleibt der Bildschirm bei ARD und ZDF im Ausland häufig schwarz. Das BSI beschreibt, dass eine VPN-Verbindung über einen Server in Deutschland diese IP-Sperre aushebeln kann. Die Verbraucherzentrale weist zugleich darauf hin, dass die Regeln nicht gelten, wenn Sie das günstigere oder größere Angebot eines Dienstes in einem anderen Land nutzen wollen.

VPN auf dem Fernseher ausschalten

Wie Sie das VPN wieder loswerden, hängt vom gewählten Weg ab.

  • Im Router: In der FRITZ!Box unter Internet > Freigaben > VPN (WireGuard) die Verbindung deaktivieren oder löschen.
  • Am Hotspot: Das VPN auf dem Handy oder Laptop trennen oder den Fernseher wieder ins normale WLAN hängen.
  • Auf dem Android-TV-Gerät: Die VPN-App öffnen und die Verbindung trennen.

Gute Gründe zum Abschalten gibt es genug: ein blockierter Streamingdienst, ruckelnde Videos oder Geräte im Heimnetz wie Drucker und Lautsprecher, die plötzlich nicht mehr erreichbar sind.

404 VPN

404 VPN nutzt das Protokoll VLESS. Eine App für den Fernseher gibt es nicht, weder für Android TV noch für Apple TV, und für den Router-Weg fehlt die WireGuard-Unterstützung. Wer 404 VPN am Fernseher nutzen möchte, bleibt also beim Umweg über einen geteilten Hotspot. Ob dabei wirklich der Verkehr des Fernsehers durch den Tunnel läuft, hängt vom Gerät ab, das den Hotspot aufspannt. Prüfen Sie das Ergebnis deshalb wie oben beschrieben nach. Der kostenlose Tarif bietet 2 GB pro Tag, ohne Kreditkarte, nach Anlegen eines Kontos per E-Mail oder Telegram; Apps gibt es für Android und macOS. Mehr auf der Startseite.