Ein Router ist ein kleiner Computer, und ein Neustart hilft aus demselben Grund wie am PC: Alle Komponenten werden neu initialisiert, der Arbeitsspeicher ist danach leer, das Gerät meldet sich beim Anbieter neu an und sucht sich den Funkkanal neu.
Bei der FRITZ!Box genügt es laut AVM, sie für fünf Sekunden vom Stromnetz zu trennen. Die Einstellungen bleiben dabei erhalten, der Neustart dauert etwa zwei Minuten. Regelmäßig neu starten müssen Sie einen Router dagegen nicht.
Bevor Sie zum Stecker greifen, lohnt sich eine Minute Nachdenken: Nicht jedes Problem liegt am Router.
| Problem | Was zuerst hilft |
|---|---|
| WLAN langsam, Verbindung bricht ab | Neustart, danach Standort prüfen |
| „Verbunden, kein Internet“ | Modem neu starten, dann den Router |
| Nur ein Gerät hat Probleme | Dieses Gerät neu starten, nicht den Router |
| Einstellungen hoffnungslos verstellt | Werkseinstellungen laden |
| Verdacht auf fremde Geräte im Netz | Passwörter ändern, Firmware prüfen |
Warum den Router neu starten?
Vier Dinge passieren bei einem Neustart, und jedes davon erklärt einen Teil der Wirkung.
Alle Komponenten starten neu. In der FRITZ!Box-Hilfe beschreibt AVM es knapp: Beim Neustart werden alle Komponenten der FRITZ!Box neu initialisiert, die Einträge im Menü System > Ereignisse werden gelöscht, alle anderen Einstellungen bleiben erhalten. Was sich in Tagen oder Wochen Laufzeit festgefahren hat, ist damit weg.
Der Arbeitsspeicher ist leer. Speicherlecks, hängende Prozesse und volle Verbindungstabellen überstehen keinen Neustart. Das ist der Grund, warum ein Neustart bei „irgendwas ist komisch“ so oft funktioniert, obwohl niemand sagen kann, was genau kaputt war.
Die Adressen werden neu vergeben. Im Heimnetz verteilt der Router die IP-Adressen anschließend erneut per DHCP; eine FRITZ!Box vergibt in den Werkseinstellungen Adressen aus dem Bereich 192.168.178.20 bis 192.168.178.200. Nach außen kann sich auch die öffentliche Adresse ändern: AVM weist darauf hin, dass die meisten Internetanbieter die Verbindung täglich trennen („Zwangstrennung“) und der FRITZ!Box beim automatischen Wiederaufbau eine andere IP-Adresse zuweisen. Bei einem Anschluss mit fester Adresse passiert das nicht. Was eine IP-Adresse überhaupt ist, erklärt Was ist meine IP-Adresse?
Der Funkkanal wird neu gewählt. Nach dem Start prüft die Box die WLAN-Umgebung und sucht sich einen freien Kanal. Das ist allerdings kein Argument für regelmäßige Neustarts: Laut AVM wertet die FRITZ!Box in den Werkseinstellungen die WLAN-Umgebung und die Verbindungsqualität ohnehin regelmäßig aus und wählt automatisch optimale Funkkanal-Einstellungen.
Router richtig neu starten
Es gibt zwei Wege, und sie sind nicht gleichwertig.
Über die Benutzeroberfläche, wenn der Router noch erreichbar ist:
- Rufen Sie im Browser
http://fritz.boxauf und melden Sie sich an. - Klicken Sie auf System, dann auf Sicherung und dort auf die Registerkarte Neustart.
- Klicken Sie auf Neu starten. Der Vorgang dauert nach Angaben von heise online rund zwei bis fünf Minuten, in dieser Zeit sind alle Internet- und Netzwerkverbindungen getrennt. Danach verbinden sich Ihre Geräte von selbst wieder.
Über den Stromstecker, wenn die Oberfläche nicht mehr erreichbar ist oder gar nichts mehr geht. AVM nennt dafür fünf Sekunden Trennung vom Stromnetz; heise empfiehlt, den Stecker einige Minuten gezogen zu lassen, damit der Arbeitsspeicher wirklich geleert ist, und rechnet danach mit bis zu fünf Minuten, bis die Box wieder einsatzbereit ist. Die oft zitierten „30 Sekunden“ liegen zwischen beiden Angaben; in der Herstellerdokumentation steht diese Zahl nicht. Schaden richtet eine längere Pause nicht an, deshalb ist sie in der Praxis der bequeme Kompromiss.
Zwei Hinweise dazu: Wenn Ihr Anschluss aus Modem und Router besteht, starten Sie laut AVM zuerst das Modem und danach den Router. Und drücken Sie dabei keinesfalls die Reset-Taste oder die Schaltfläche für die Werkseinstellungen. Bei einem Neustart bleibt Ihre Konfiguration erhalten, ein Werksreset löscht sie.
Warum den Router regelmäßig ausschalten?
Diese Frage wird oft gestellt, und die kurze Antwort lautet: Sie müssen nicht. Ein moderner Router erledigt das, wofür früher Neustarts nötig waren, im laufenden Betrieb selbst, etwa die Kanalwahl. Wer täglich neu startet, handelt sich dafür Nachteile ein:
- Automatische Updates. Das BSI empfiehlt ausdrücklich, die automatische Installation von Firmware-Updates einzuschalten. Ein Gerät, das nachts vom Stromnetz getrennt ist, kann sie in dieser Zeit nicht einspielen.
- Telefonie. Läuft Ihr Festnetz über den Router, sind Sie während des Neustarts nicht erreichbar.
- Smart Home und Mesh. Angemeldete Geräte und Repeater müssen sich nach jedem Neustart neu verbinden.
Wenn es Ihnen um Ruhe in der Nacht geht, ist die Zeitschaltung der bessere Weg: Unter WLAN > Zeitschaltung schaltet die FRITZ!Box nur das Funknetz zu festen Zeiten ab, im FRITZ! Mesh auch an allen Repeatern. Der Router selbst bleibt dabei an. Auf Wunsch schaltet die Box das WLAN erst ab, wenn kein Gerät mehr angemeldet ist.
Router verbunden, aber kein Internet
Das ist der häufigste Anlass für einen Neustart. Die Geräte zeigen dann Meldungen wie „Kein Internet, gesichert“, „Kein Internetzugriff“, „Keine Internetverbindung“ oder „Mit Gerät verbunden. Internetverbindung nicht möglich“. Das WLAN steht also, aber dahinter kommt nichts an. AVM nennt für diesen Fall eine feste Reihenfolge:
- Prüfen, ob es an einem Gerät liegt. Rufen Sie mit genau dem Gerät, das kein Internet hat,
http://fritz.boxauf. Auf Android-Handys müssen Sie dafür kurz den Flugmodus einschalten und dann nur WLAN wieder aktivieren, sonst ist die Oberfläche unter Umständen nicht erreichbar. Lässt sich die Oberfläche nicht öffnen, ist das Gerät nicht sauber verbunden. - Neu starten. Hängt an Ihrem Anschluss ein eigenes Modem, trennen Sie laut AVM zuerst das Modem kurz vom Stromnetz und danach die FRITZ!Box. Ist die FRITZ!Box selbst das Modem, genügt ihr Neustart.
- Ins Ereignisprotokoll schauen. Unter System > Ereignisse > Internetverbindung steht im Klartext, ob die Anmeldung beim Anbieter fehlgeschlagen ist, ob das DSL nicht antwortet oder ob die Verbindung ständig abbricht. Das ist der Unterschied zwischen Raten und Wissen.
- DHCP prüfen. Ist der DHCP-Server der FRITZ!Box aus, bekommen Geräte keine gültigen IP-Einstellungen mehr. Die Einstellung finden Sie unter Heimnetz > Netzwerk > Netzwerkeinstellungen.
- DNS zurücksetzen. Haben Sie unter Internet > Zugangsdaten > DNS-Server eigene Server eingetragen, stellen Sie versuchsweise wieder auf die des Anbieters um. Mehr dazu in DNS-Server ändern.
Bleibt es bei allen Geräten langsam statt tot, ist das ein anderes Problem: Warum ist mein Internet langsam?
Warum der Router nicht neben dem Fernseher stehen sollte
Der Fernseher stört den Router nicht, aber der Platz neben ihm ist fast immer der schlechteste in der Wohnung. AVM beschreibt, worauf es ankommt: Die FRITZ!Box sollte möglichst zentral im Haus stehen, denn sie strahlt über Rundstrahlantennen kugelförmig in alle Richtungen. Sie gehört nicht in eine Zimmerecke und nicht direkt hinter oder unter ein Hindernis wie einen Schrank oder eine Heizung, sondern möglichst weit nach oben, zum Beispiel auf ein Regal.
Das Fernsehregal verstößt gleich gegen mehrere dieser Punkte: Es steht an der Wand, oft in einer Ecke, der Router landet in einem geschlossenen Fach, und die großen Metallflächen von Gerät und Halterung liegen direkt davor. Besonders metallische oder wasserhaltige Gegenstände, etwa Heizkörper, Kühlschrank oder Zimmerpflanze, mindern die Signalqualität laut AVM deutlich. Dazu kommen die Funksender, die am Fernseher stehen: Bluetooth-Lautsprecher und Soundbars. AVM rät, die FRITZ!Box mit Abstand zu Mikrowelle, Funklautsprechern und Bluetooth-Geräten aufzustellen.
Warum das Router-Passwort ändern?
Zu einem Router gehören zwei verschiedene Passwörter, und beide sind wichtig.
Das Passwort für die Benutzeroberfläche schützt die Konfiguration. Viele neuere Geräte haben ab Werk ein individuelles Kennwort, aber das BSI weist darauf hin, dass immer noch Router mit Standardpasswörtern wie „admin“ oder „1234“ ausgeliefert werden, die auch Angreifer kennen und nutzen. Solche Passwörter sollten Sie sofort ändern; das BSI empfiehlt mindestens acht Zeichen aus verschiedenen Zeichenarten.
Das WLAN-Passwort regelt, wer ins Funknetz kommt. Hier nennt das BSI mindestens 20 zusammenhanglose Zeichen, weil man es pro Gerät nur einmal eintippt. Wo Sie es finden und ändern, steht in WLAN-Passwort finden, ändern und sicher teilen.
Dazu kommen vier Empfehlungen des BSI, die wenig Aufwand kosten: den voreingestellten Netzwerknamen ersetzen, damit er nichts über Hersteller und Modell verrät; nicht benötigte Dienste abschalten; den Fernzugang deaktivieren, falls Sie ihn nicht brauchen; und für Gäste und unsichere Geräte ein Gastnetz einrichten. Die Oberfläche selbst sollten Sie über https aufrufen.
Wann Werkseinstellungen die richtige Antwort sind
Ein Werksreset ist kein größerer Neustart, sondern etwas anderes. Er löscht laut AVM alle individuellen Einstellungen, die Sie in der FRITZ!Box vorgenommen haben, und damit auch ungeeignete Einstellungen, die eine korrekte Funktion verhindern. Sinnvoll ist er in drei Fällen: wenn Sie das Gerät an einem anderen Standort einsetzen, wenn Sie es weitergeben und wenn Sie sich in den Einstellungen so verrannt haben, dass Sie den Fehler nicht mehr finden.
So läuft er ab: In der Benutzeroberfläche klicken Sie auf System, dann auf Sicherung und dort auf Werkseinstellungen laden. Während des Vorgangs blinken alle LEDs einmal auf; abgeschlossen ist er, sobald die WLAN-LED durchgehend leuchtet. Haben Sie das Kennwort für die Oberfläche vergessen, geht es auch mit einem angeschlossenen Telefon über eine Tastenfolge.
Der Preis dafür ist hoch, deshalb ist der Reset der letzte Schritt und nicht der erste: Internetzugangsdaten, WLAN-Name und WLAN-Passwort, Telefonie, Portfreigaben, Gastzugang und Smart-Home-Einstellungen sind danach weg, der WLAN-Schlüssel vom Aufkleber gilt wieder, und alle Geräte im Haushalt müssen neu verbunden werden. Sichern Sie die Einstellungen vorher über die Export-Funktion der Box. Wenn Sie das Gerät weitergeben, ist genau dieses Löschen dagegen der Sinn der Sache.
Routerfreiheit: Ihr Anschluss, Ihr Gerät
In Deutschland darf Ihnen niemand ein Gerät vorschreiben. Seit dem 1. August 2016 können Verbraucherinnen und Verbraucher nach Angaben der Verbraucherzentrale selbst entscheiden, ob sie ein Modell ihres Anbieters nehmen oder ein Gerät im Handel kaufen. Damit das funktioniert, muss der Anbieter die Zugangsdaten herausgeben, und zwar unaufgefordert und kostenlos.
Rechtlich steht dahinter § 73 Absatz 1 TKG: Der Zugang zu öffentlichen Telekommunikationsnetzen ist am passiven Netzabschlusspunkt zu gewähren. Mehrere Verbände der Telekommunikationswirtschaft wollten davon für Glasfaseranschlüsse eine Ausnahme und beantragten das am 3. Juni 2022 bei der Bundesnetzagentur. Die Behörde entschied am 22. Januar 2025 dagegen: Die von VDSL- und Kabelnetzen bekannte freie Wahl des Endgeräts am Netzabschlusspunkt gilt auch für passive optische Glasfasernetze. Gegen die Entscheidung wurde Widerspruch eingelegt; auf die fortdauernde Geltung von § 73 Absatz 1 TKG hat das nach Angaben der Bundesnetzagentur keine Auswirkung.
Ein eigener Router bringt allerdings Pflichten mit sich: Für Installation, Konfiguration und vor allem für die Sicherheitsupdates sind Sie dann selbst verantwortlich, und das Gerät muss technisch zum Anschluss passen. Ein DSL-Router funktioniert nicht am Kabelanschluss und umgekehrt.
404 VPN
Ein VPN ersetzt keinen Neustart und keinen guten Standort: Es ändert nichts am Funknetz in Ihrer Wohnung. Es verschlüsselt den Verkehr bis zum VPN-Server und verbirgt Ihre IP-Adresse gegenüber Websites, im Heimnetz wie unterwegs. 404 VPN nutzt dafür das Protokoll VLESS. Der kostenlose Tarif bietet 2 GB pro Tag, ohne Kreditkarte, nach Anlegen eines Kontos per E-Mail oder Telegram; Apps gibt es für Android und macOS. Mehr auf der Startseite.