Ein Proxy ist ein Vermittler zwischen Ihrem Gerät und dem Internet: Anfragen gehen erst an den Proxyserver, der sie mit seiner eigenen Adresse weiterleitet und die Antwort zurückgibt.
Websites sehen dann die IP-Adresse des Proxys statt Ihrer. Anders als ein VPN verschlüsselt ein einfacher Proxy die Verbindung nicht und gilt meist nur für einzelne Programme.
Proxys begegnen Ihnen an drei Stellen: in Firmen- und Schulnetzen, in den WLAN-Einstellungen von Windows und iPhone, und seit 2023 als Funktion in WhatsApp.
| Proxy | VPN | |
|---|---|---|
| Was er verbirgt | Ihre IP-Adresse gegenüber der Website | Ihre IP-Adresse gegenüber der Website |
| Verschlüsselung | Meist keine | Ja, bis zum VPN-Server |
| Gilt für | Einzelne Programme oder Apps | Das ganze Gerät |
| Einrichtung | Serveradresse und Port eintragen | App installieren |
Was ist ein Proxyserver?
Microsoft beschreibt es so: Ein Proxyserver leitet Ihren Internetdatenverkehr über einen Vermittler weiter, anstatt direkt von Ihrem Gerät aus eine Verbindung herzustellen. Beim Aufruf einer Website landet Ihre Anfrage also zuerst beim Proxy. Der schickt sie mit seiner eigenen IP-Adresse an das Ziel weiter und reicht die Antwort an Sie zurück.
Firmen und Schulen nutzen Proxys, um den Verkehr zu filtern, zu beschleunigen oder zu protokollieren. Privatpersonen nutzen sie, um gegenüber einer Website mit einer anderen Adresse aufzutreten oder eine Sperre eines einzelnen Dienstes zu umgehen.
Was ist ein Proxy bei WLAN?
In den Details eines WLANs bieten Windows, iPhone und Android an, einen Proxy einzutragen. Das ist für Netze gedacht, in denen der Betreiber es verlangt, etwa im Firmen- oder Uni-WLAN. Zu Hause und in Café-WLANs bleibt die Einstellung normalerweise leer beziehungsweise auf „Aus“.
Steht dort ein Server, den Sie nicht kennen, sollten Sie ihn entfernen: Ein fremder Proxy sieht Ihren gesamten unverschlüsselten Verkehr.
Proxy in Windows einrichten
Microsoft nennt drei Wege: automatische Erkennung, ein Setupskript der Organisation und die manuelle Einrichtung. Für die manuelle brauchen Sie den Servernamen oder die IP-Adresse und den Port, meist von der IT-Abteilung.
- Öffnen Sie Einstellungen > Netzwerk und Internet > Proxy.
- Klicken Sie unter Manuelle Proxyeinrichtung neben Proxyserver verwenden auf Einrichten.
- Schalten Sie Proxyserver verwenden ein, tragen Sie Adresse und Port ein und speichern Sie.
- Websites, die nicht über den Proxy laufen sollen, tragen Sie in die Ausnahmen ein.
Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass eine VPN-Verbindung im Vergleich zu einem Proxyserver eine sicherere Verbindung bietet und separat eingerichtet wird.
Was ist ein Proxy-Hostname?
Der Hostname ist der Name des Proxyservers, etwa proxy.firma.de, den Sie statt einer IP-Adresse eintragen. Dazu gehört immer ein Port, etwa 8080 oder 3128. Beides bekommen Sie vom Betreiber des Netzes; raten lässt es sich nicht.
Proxy auf dem iPhone und auf Android
iPhone: Öffnen Sie Einstellungen > WLAN, tippen Sie beim verbundenen Netz auf das Info-Symbol und scrollen Sie zu HTTP-Proxy. Mit Manuell tragen Sie Server und Port ein; verlangt der Proxy eine Anmeldung, schalten Sie Authentifizierung ein. Die Einstellung gilt nur für dieses WLAN.
Android: Der Proxy steht in den Details des gespeicherten WLANs, je nach Hersteller unter „Erweitert“. Auch hier gilt er nur für dieses Netz und nur für Apps, die die Systemeinstellung beachten.
Was ist ein Proxy bei WhatsApp?
WhatsApp hat Anfang 2023 eine Proxy-Funktion eingeführt, damit Menschen in Ländern mit Internetsperren weiter Nachrichten senden und empfangen können. Die Proxyserver stellen Freiwillige und Organisationen bereit. WhatsApp verschlüsselt Nachrichten standardmäßig Ende-zu-Ende; der Proxy leitet nur die verschlüsselte Verbindung weiter und kann die Nachrichten nicht lesen.
So finden Sie die Einstellung:
- Öffnen Sie in WhatsApp die Einstellungen und tippen Sie auf Speicher und Daten.
- Tippen Sie ganz unten auf Proxy und schalten Sie die Proxy-Einstellungen ein.
- Tippen Sie auf Proxy festlegen, tragen Sie die Adresse ein und speichern Sie. Ein grünes Häkchen zeigt, dass die Verbindung steht.
In Deutschland brauchen Sie die Funktion nicht; sie ist für Regionen gedacht, in denen WhatsApp gesperrt ist. Beachten Sie: Der Betreiber des Proxys sieht Ihre IP-Adresse. Nutzen Sie nur Server, deren Betreiber Sie kennen oder denen Sie vertrauen.
Proxy oder VPN?
Ein Proxy passt, wenn ein einzelnes Programm über eine andere Adresse laufen soll und Verschlüsselung keine Rolle spielt, etwa weil das Netz es vorschreibt. Ein VPN passt, wenn das ganze Gerät geschützt sein soll, vor allem in fremden WLANs: Es verschlüsselt den Verkehr bis zum VPN-Server und gilt für alle Apps. Wer beim Surfen möglichst anonym bleiben will, findet in Tor Browser: Was ist das und wie sicher ist er? die dritte Möglichkeit.
Was ein VPN kann und was nicht, steht in Was ist ein VPN und ist es sinnvoll? Welche IP-Adresse Websites gerade sehen, zeigt unser IP-Check (auf Englisch).
Proxy-Fehler beheben
- „Proxyserver antwortet nicht“ unter Windows: Meist ist ein alter Eintrag aktiv. Schalten Sie Proxyserver verwenden aus, wenn Ihr Netz keinen Proxy verlangt.
- Nur eine App kommt nicht ins Internet: Prüfen Sie die Proxy-Einstellungen dieser App.
- WhatsApp verbindet nicht über den Proxy: Der Server ist abgeschaltet oder gesperrt. Löschen Sie ihn und tragen Sie einen anderen ein.
404 VPN
404 VPN ist ein VPN-Dienst, kein Proxy: Er verschlüsselt den gesamten Verkehr des Geräts über das Protokoll VLESS. Der kostenlose Tarif bietet 2 GB pro Tag, ohne Kreditkarte, nach Anlegen eines Kontos per E-Mail oder Telegram; Apps gibt es für Android und macOS. Mehr auf der Startseite.