Der Tor Browser ist eine angepasste Version von Firefox, die Ihren Datenverkehr über das Tor-Netzwerk leitet, über drei Server, die Freiwillige auf der ganzen Welt betreiben.

Websites sehen dadurch nicht Ihre IP-Adresse, und wer Ihre Verbindung überwacht, sieht nicht, welche Seiten Sie besuchen. Sicher ist der Tor Browser vor allem dann, wenn Sie ihn aktuell halten und ein paar Regeln beachten; unfehlbar ist er nicht.

Tor wird vom Tor Project entwickelt, einer gemeinnützigen Organisation. Der Browser ist kostenlos und für Windows, macOS, Linux und Android erhältlich.

Tor BrowserVPN-Dienst
Wer betreibt die ServerFreiwillige, das Tor-NetzwerkDer VPN-Anbieter
Was geschützt wirdNur der Tor BrowserAlle Apps des Geräts
Wer Ihre echte IP-Adresse kenntNur der erste Server der KetteDer VPN-Anbieter
TempoMeist langsamer, drei UmwegeMeist schneller, ein Server
KostenKostenlosKostenlos oder als Abo

Was ist der Tor Browser?

Das Tor Project beschreibt Tor als Programm, das Ihre Kommunikation durch ein verteiltes Netzwerk aus Relays schickt, die Freiwillige betreiben. So erfährt niemand, der Ihre Verbindung überwacht, welche Websites Sie besuchen, und die Websites erfahren nicht, wo Sie sich befinden. Die meisten Menschen nutzen Tor über den Tor Browser, eine Firefox-Version, die zusätzlich viele Datenschutzprobleme behebt.

Wie funktioniert der Tor Browser?

Statt Ihre Anfrage direkt an eine Website zu schicken, baut der Tor Browser eine Kette aus drei Relays auf. Das Tor Project nennt die Pfadlänge fest auf drei gesetzt, außer beim Zugriff auf Onion-Dienste. Jeder Server kennt nur seinen Vorgänger und seinen Nachfolger:

  1. Der erste Server sieht Ihre IP-Adresse, aber nicht das Ziel.
  2. Der mittlere Server kennt weder Sie noch das Ziel.
  3. Der letzte Server sieht das Ziel, aber nicht Sie.

Längere Ketten bringen laut Tor Project keine zusätzliche Sicherheit, sondern belasten das Netz und können die Anonymität sogar schwächen. Neben normalen Websites erreicht der Tor Browser auch Onion-Dienste mit Adressen, die auf .onion enden. Deren Betreiber können ihren Standort verbergen.

Wie sicher ist der Tor Browser?

Das Tor Project speichert nach eigenen Angaben keine Protokolle, anhand derer einzelne Nutzer identifiziert werden könnten. Absolute Sicherheit gibt es trotzdem nicht.

Im September 2024 berichteten deutsche Medien, dass Ermittler den Nutzer eines Messengers über Tor durch eine Zeitanalyse enttarnt hatten. Das Tor Project stellte dazu klar: Der Betroffene hatte eine alte, nicht mehr gepflegte Version der App Ricochet genutzt, der wichtige Schutzfunktionen fehlten. Nutzer des aktuellen Tor Browsers könnten weiterhin sicher und anonym im Web surfen. Die wichtigste Lehre daraus: Software aktuell halten.

Grenzen, die Sie kennen sollten:

  • Anmeldungen verraten Sie. Wer sich über Tor bei einem Konto anmeldet, ist für diesen Dienst erkennbar.
  • Der letzte Server sieht unverschlüsselten Verkehr. Achten Sie deshalb auf HTTPS.
  • Nur der Browser ist geschützt. Andere Apps auf dem Gerät gehen weiterhin direkt ins Internet.

Tor Browser sicher einstellen

Der Tor Browser hat drei Sicherheitsstufen. Ab Werk ist „Standard“ eingestellt.

StufeWas passiert
StandardAlle Funktionen des Browsers und der Websites sind aktiv
SichererJavaScript ist auf Seiten ohne HTTPS aus, einige Schriften und mathematische Symbole fehlen, Audio und Video starten erst per Klick
Am sicherstenNur Funktionen für statische Seiten; JavaScript ist überall aus, einige Schriften, Symbole und Bilder fehlen

Je höher die Stufe, desto eher funktionieren manche Websites nicht mehr richtig. Die Stufe ändern Sie in den Einstellungen des Tor Browsers; danach startet der Browser neu. Auf Android finden Sie die Einstellung über das Menü mit den drei Punkten im Abschnitt zur Sicherheit.

Tor Browser sicher nutzen

  1. Immer aktualisieren. Installieren Sie Updates sofort.
  2. Nur von der offiziellen Website des Tor Project herunterladen.
  3. Keine persönlichen Konten, wenn Sie anonym bleiben möchten.
  4. Auf HTTPS achten, besonders bei Anmeldungen und Formularen.
  5. Sicherheitsstufe erhöhen, wenn Sie Seiten besuchen, denen Sie nicht vertrauen.

In Deutschland ist die Nutzung von Tor erlaubt; kein Gesetz verbietet es, die eigene Verbindung zu anonymisieren. Was illegal ist, bleibt es aber auch über Tor. In manchen Ländern wird Tor gesperrt, etwa in der Türkei, wo die Behörde BTK schon 2016 Sperren anordnete. Mehr zur Rechtslage auf Reisen steht in Ist VPN erlaubt?

Tor Browser deinstallieren

Der Tor Browser lässt sich laut Tor Project nicht über die übliche Deinstallation des Systems entfernen. Stattdessen löschen Sie den Ordner oder die App samt Daten:

  • Windows: Den Ordner „Tor Browser“ löschen (Standardort ist der Desktop) und den Papierkorb leeren.
  • macOS: Die App aus dem Ordner „Programme“ in den Papierkorb ziehen, im Finder über „Gehe zu Ordner“ ~/Library/Application Support/ öffnen, dort den Ordner „TorBrowser-Data“ löschen und den Papierkorb leeren.
  • Android: Die App wie jede andere App deinstallieren.

Tor oder VPN?

Tor ist die bessere Wahl, wenn Sie beim Surfen möglichst anonym bleiben wollen und Geschwindigkeit zweitrangig ist. Ein VPN passt, wenn alle Apps geschützt sein sollen, etwa im öffentlichen WLAN, und Sie flüssig streamen oder telefonieren möchten. Beim VPN vertrauen Sie dem Anbieter, bei Tor verteilt sich das Vertrauen auf drei Server. Mehr in Was ist ein VPN und ist es sinnvoll?

404 VPN

404 VPN ist ein VPN-Dienst mit dem Protokoll VLESS und kein Anonymisierungsnetz wie Tor. Wir versprechen keine vollständige Anonymität. Der kostenlose Tarif bietet 2 GB pro Tag, ohne Kreditkarte, nach Anlegen eines Kontos per E-Mail oder Telegram; Apps gibt es für Android und macOS. Welche IP-Adresse Websites gerade sehen, zeigt unser IP-Check (auf Englisch). Mehr auf der Startseite.