Öffentliches WLAN ist bequem, aber meist unverschlüsselt: Andere im selben Netz können unter Umständen auf freigegebene Dateien zugreifen, und ein gefälschter Hotspot kann Sie unbemerkt auf schädliche Seiten lenken.

Mit HTTPS, abgeschalteten Freigaben und einem VPN senken Sie das Risiko deutlich.

Für normales Surfen, Nachrichten lesen oder Karten öffnen ist ein Hotspot kein Grund zur Panik. Vorsichtig sollten Sie bei vertraulichen Daten sein: Das BSI rät, sie über fremde WLANs möglichst gar nicht abzurufen, und wenn es sich nicht vermeiden lässt, nur über ein VPN.

RisikoWas passieren kannWas hilft
Unverschlüsseltes NetzAndere lesen unverschlüsselte Verbindungen mitHTTPS, VPN
Gefälschter HotspotUmleitung auf schädliche SeitenNetz prüfen, automatische Verbindung aus
Offene FreigabenZugriff auf Ihre DateienFreigaben abschalten
SchadsoftwareInfektion des GerätsUpdates, keine unbekannten Downloads

Was ist öffentliches WLAN?

Öffentliches WLAN ist ein Funknetz, das viele fremde Menschen gleichzeitig nutzen: im Café, im Hotel, im Zug, am Flughafen, in der Bibliothek oder als Stadt-WLAN. Oft ist es offen, also ohne Passwort, oder das Passwort hängt für alle sichtbar an der Wand. Viele Hotspots zeigen vor der Nutzung eine Anmeldeseite, auf der Sie Bedingungen bestätigen.

Wie funktioniert öffentliches WLAN?

Ihr Gerät verbindet sich mit dem Router des Betreibers und teilt sich das Netz mit allen anderen Gästen. Der Betreiber leitet den Verkehr ins Internet weiter. Das bedeutet zweierlei: Der Betreiber sieht, welche Verbindungen Sie aufbauen, und andere Geräte im selben Netz sind Ihnen technisch näher als im Mobilfunk.

Wie sicher ist öffentliches WLAN?

Die Verbraucherzentrale nennt drei typische Risiken:

  • Fehlende Verschlüsselung. Solche Netze sind in der Regel nicht verschlüsselt.
  • Zugriff durch andere Nutzer. Wer im selben Netz ist, kann unter Umständen auf freigegebene Dateien zugreifen, ohne dass Sie es merken.
  • Gefälschte Hotspots. Kriminelle stellen Router mit dem Namen bekannter Netze auf. Verbindet sich Ihr Gerät automatisch, können Sie unbemerkt auf schädliche Seiten gelenkt werden.

Das BSI warnt zusätzlich, dass in fremden Netzen Daten abgegriffen oder Schadsoftware auf das Gerät gebracht werden kann.

Was HTTPS schützt und was nicht

Die meisten Websites laden heute über HTTPS. Das „S“ steht für eine verschlüsselte Verbindung zwischen Browser und Website, und genau darauf verweist auch die Verbraucherzentrale. Andere im WLAN sehen dann nicht, was Sie lesen oder eingeben.

HTTPS hat aber Grenzen. Der Betreiber des Netzes sieht weiterhin, welche Websites Sie ansteuern. Und das Schloss im Browser sagt nur, dass die Verbindung verschlüsselt ist, nicht dass die Seite echt ist. Eine Phishing-Seite kann ebenfalls ein Schloss zeigen.

Ist öffentliches WLAN mit VPN sicher?

Sicherer, ja. Ein VPN verschlüsselt den gesamten Verkehr Ihres Geräts bis zum VPN-Server, auch den von Apps, die Sie nicht im Blick haben. Der WLAN-Betreiber und andere Gäste sehen nur noch eine Verbindung zum VPN. Das BSI schreibt, dass ein VPN im Hotspot das Risiko von unbefugtem Zugriff, Ausspähen und Datenabfluss minimieren kann.

Drei Einschränkungen bleiben:

  1. Erst anmelden, dann VPN. Die Anmeldeseite des Hotspots muss oft ohne VPN bestätigt werden.
  2. Der VPN-Anbieter sieht Ihren Verkehr. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass VPN-Anbieter den Datenverkehr möglicherweise analysieren. Wählen Sie den Anbieter sorgfältig.
  3. Kein Schutz vor Phishing. Eine gefälschte Seite bleibt gefälscht.

Was ein VPN kann und was nicht, steht ausführlich in Was ist ein VPN und ist es sinnvoll?

Woran Sie einen gefälschten Hotspot erkennen

Ein gefälschter Hotspot sieht auf den ersten Blick aus wie das echte Netz. Diese Anzeichen sollten Sie stutzig machen:

  • Zwei Netze mit fast gleichem Namen, etwa mit einem zusätzlichen Zeichen oder dem Zusatz „Free“.
  • Ein offenes Netz, obwohl das Café ein Passwort ausgibt.
  • Die Anmeldeseite verlangt ungewöhnliche Daten, etwa Kreditkarte, Passwort Ihres E-Mail-Kontos oder die Installation einer App.
  • Der Browser zeigt Zertifikatswarnungen bei Seiten, die sonst problemlos laden.
  • Bekannte Seiten sehen plötzlich anders aus oder fragen erneut nach Ihren Zugangsdaten.

Trennen Sie in diesem Fall die Verbindung, löschen Sie das Netz aus der Liste und fragen Sie beim Personal nach dem richtigen Namen. Haben Sie bereits ein Passwort eingegeben, ändern Sie es über mobile Daten und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung.

8 Regeln für WLAN unterwegs

  1. WLAN nur einschalten, wenn Sie es brauchen. Das empfehlen BSI und Verbraucherzentrale.
  2. Automatische Verbindung abschalten und gespeicherte Netze löschen, die Sie nicht mehr brauchen.
  3. Netzname prüfen. Fragen Sie im Zweifel nach dem genauen Namen des WLANs.
  4. Datei- und Ordnerfreigaben ausschalten, bevor Sie sich verbinden.
  5. Auf HTTPS achten, besonders bei Anmeldungen.
  6. Keine vertraulichen Vorgänge wie Online-Banking ohne Not im fremden WLAN.
  7. VPN einschalten, wenn Sie das WLAN länger nutzen oder Vertrauliches erledigen müssen.
  8. Geräte aktuell halten und Zwei-Faktor-Anmeldung für wichtige Konten nutzen.

Mobile Daten als Alternative

Für Online-Banking oder wichtige Anmeldungen ist das eigene Mobilfunknetz meist die bessere Wahl als ein fremdes WLAN. Wenn der Laptop ins Netz muss, ist der passwortgeschützte Hotspot Ihres eigenen Handys in der Regel sicherer als das Café-WLAN. Beachten Sie: Ein VPN auf dem Handy schützt den Laptop am Hotspot meist nicht mit. Mehr dazu in VPN funktioniert nicht.

404 VPN für unterwegs

404 VPN verschlüsselt den Verkehr mit dem Protokoll VLESS. Der kostenlose Tarif bietet 2 GB pro Tag, ohne Kreditkarte, nach Anlegen eines Kontos per E-Mail oder Telegram. Apps gibt es für Android und macOS. Ob die Verbindung wirklich steht, prüfen Sie mit unserem VPN-Test (auf Englisch). Mehr auf der Startseite.